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Unselbstständige Menschen - Wie hilft man ihnen wirklich?
27.03.2015 15:44

Wie hilft man unselbstständigen Menschen?

Also Menschen, die andere ständig um Hilfe bitten, weil sie der Meinung sind, es selbst nicht zu schaffen oder die zu ängstlich sind, es selbst zu probieren? Die sich im Grunde daran gewöhnt haben, ihre alltäglichen Dinge (sei es z.B. ein Anruf bei einer Behörde oder auch etwas Lapidares wie der Umtausch eines abgelaufenen Lebensmittels im Supermarkt) anderen machen zu lassen?

Mach dir eines klar: Hinter solchen Verhaltensweisen steckt nichts anderes als Angst. Die Angst, zu versagen. Die Angst davor, dass es unangenehm werden könnte. Die Angst davor, schief angekuckt zu werden. Die Angst davor, mit Dingen konfrontiert zu werden, mit denen man glaubt, nicht umgehen zu können.

Man kann diesen Menschen natürlich alles abnehmen, damit sie sich nicht ängstigen müssen. Damit erweist man ihnen allerdings nur kurzfristig einen Dienst. Denn irgendwann werden sie in eine Situation geraten, in denen niemand zur Hilfe eilt bzw. eilen kann, sie sind auf sich alleine gestellt und dann?

Konfuzius, ein weiser Mann, sagte mal:

"Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben."

Was meinte er damit?

In dem Fall unselbstständiger Menschen heißt es nichts anderes als:

Gib ihnen die Lösung vor, nimm ihnen die Arbeit ab und er ist im Moment zufrieden und hat alles, was er braucht. Oder zeig ihnen, wie sie es selbst erledigen können, motiviere sie und du gibst ihnen etwas, das sie künftig für ihr Leben brauchen und verwenden können.

Auch wenn dir so ein vermeintlich hilfloser Mensch leid tut, er dir am Herzen liegt und dir wünschst, dass es ihm gut geht: Indem du ihm solche Dinge dauerhaft und immer wieder abnimmst, tust du ihm keinen Gefallen. Damit zeigst du auch keine Zuneigung oder Liebe. Denn du hilfst so einem Menschen nur dabei, in seiner Hilfslosigkeit gefangen zu bleiben.

Wenn du ihm WIRKLICH helfen willst, dann zeig ihm nur, wie er es SELBST erledigen, machen und schaffen und sich damit aus seiner Hilfslosigkeit und seinem Sich-schwach-und-unzulänglich-Fühlen befreien kann.

Natürlich wird es Menschen geben, die nicht gezeigt haben wollen, wie sie es selbst erledigen können. Es gibt genügende, die unter "Hilfe" nur das Abnehmen von unangenehmen Dingen verstehen. Wenn solche Menschen deine "neue" Art Hilfe nicht annehmen wollen, dann lass sie und sag Nein. Vielleicht sind sie eingeschnappt, beleidigt, gekränkt. Vielleicht wollen sie dir dann ein schlechtes Gewissen machen. Oder sie machen dir gar Vorwürfe, du würdest sie ihm Stich lassen.

Reagier darauf gelassen. Es ist IHR Leben und wenn sie immer nur darauf warten, dass andere ihnen die Steine aus dem Weg räumen und diese "Bequemlichkeit" weiter genießen wollen... dann sollen sie. Entweder sie lernen irgendwann, für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen und sich um ihre Belange auch selbst einzusetzen und zu kümmern... oder sie müssen eben weiterhin darauf warten, dass sie ein paar "Hilfsbereite" finden, die ihnen diese Arbeit abnehmen, bis irgendwann keiner mehr kommt und sie es trotzdem alleine machen müssen. Dann werden sie - vielleicht - anfangen, umzudenken und sich selbst den Vorwurf machen: Hätte ich doch nur früher auf ihn/sie gehört...Oder sie müssen sich weiter mit ihrer Hilfslosigkeit und Unselbstständigkeit herumschlagen.

Aber DAS ist dann IHR Problem, nicht deines.

Die beste und einzige Art Hilfe, die du anderen geben kannst, ist immer die Hilfe zur Selbsthilfe, nicht aber das Abnehmen von Problemen.

 

© Keera - Life Coaching einmal anders

 

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