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Umgang mit Kritik
05.05.2015 23:40

Kritik an den eigenen Fähigkeiten ist etwas, das sehr viele Menschen nicht so einfach ertragen und wegstecken können. Werden sie kritisiert, rasten sie völlig aus oder sind anschließend todbeleidigt. Derjenige, der sich erdreistet hat, sie zu kritisieren, ist dann böse und gemein und wird z. T. wüst beschimpft. Wieso eigentlich?

Die Gründe dafür, dass viele mit Kritik nicht umgehen können, sind Intoleranz und ein mangelndes Selbstbewusstsein.

Intoleranz, weil jemand nicht verstehen kann oder will, dass andere die Dinge eben anders sehen als man selbst. Jeder sieht die Dinge anders. Zwangsläufig, da jeder seinen eigenen Blickwinkel hat, andere Einstellungen und Erfahrungen. Einzig und ultimativ richtig, falsch oder wahr ist keine einzige Meinungen, sondern immer nur SUBJEKTIV richtig, falsch oder wahr. Wenn du akzeptieren kannst, dass anders eben einfach nur anders, nicht aber richtiger, fälscher oder (un-)wahrer ist, brauchst du dich auch nicht fürchterlich darüber aufregen. Das ist ohnehin nur Zeit- und Energievergeudung, da es nichts, aber auch gar nichts an den aktuellen Gegebenheiten verändert.

Wenn du an dir selbst und deinem Selbstwert immense Zweifel hast und es dir damit an Selbstbewusstsein fehlt, wirst du dich von allem, was man zu dir sagt, immer persönlich angegriffen fühlen. Du beziehst jede noch so kleine Äußerung grundsätzlich auf dich selbst. Du findest dich insgeheim selbst schon so mangel- und fehlerhaft, nun stellen es auch noch die anderen fest! Umso schlimmer werden die Zweifel an dir selbst und dein ohnehin kaum ausgeprägtes Selbstbewusstsein versinkt in unendlichen Tiefen.

Anstatt dich dann über Äußerungen und/oder Kritik aufzuregen, kannst du die Zeit auch sinnvoll nutzen und dich selbst hinterfragen. Dein eigentliches Problem ist nämlich nicht die Kritik oder der andere, sondern ein Glaubenssatz oder eine Denkweise in dir selbst, die es aufzudecken und zu beseitigen gilt.

Die Frage, die du dir dabei stellst, lautet nicht: "Wieso ist der andere so gemein zu mir?" Die richtigen Fragen sind: "Welche Unsicherheit, Angst, Zweifel wurde jetzt in mir aufgescheucht und wollen angeschaut werden? Worum habe ich mich jetzt bei mir selbst zu kümmern?"

Auch wenn es unangenehm wird, schau hin und gesteh dir deine ureigenen Ängste und/oder Zweifel ein! Egal, ob es sich um die Angst handelt, ungeliebt zu sein, abgelehnt zu werden, nicht gut genug zu sein u. a., du kannst sie nachhaltig nur beseitigen, wenn du dich damit auseinandersetzt. Solange du diese Ängste nicht annehmen, dir nicht eingestehen willst, sie nur weiter verdrängst, werden sie dein treuer, andauernder Wegbegleiter bleiben.

Wie gehst du nun mit Kritik um?

Wenn es destruktive Kritik ist wie z. B. "Wie kann man nur so blöd sein wie du" oder "Mann, siehst du heute besch... aus", hak sie einfach ab. Manchen Menschen macht es einfach nur Spaß, andere abzuwerten und zu beleidigen. Für sie ist es die einzige Möglichkeit, sich selbst einen höheren Wert zu geben und sich besser zu fühlen. Das ist aber dann ihr Problem, nicht deines!

Ist es jedoch konstruktive Kritik, z. B. "Du hast das hier falsch gemacht. Du musst es so machen", nimm sie als Anlass dazu, etwas dazuzulernen und dich zu verbessern.

Auf Fehler aufmerksam gemacht zu werden, macht natürlich nie Spaß. Wenn ich aber weiß, dass nicht nur ich, sondern alle anderen auch Fehler machen (sogar die Menschen, die behaupten, fehlerlos und perfekt zu sein!), brauche ich mich nicht darüber zu ärgern.

© Keera - Life Coaching einmal anders

 

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